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Offene Sprechstunde wird kommen

Endlich ist es soweit. Der Fachärztemangel ist wohl so leicht zu beseitigen: Eine Sprechstunde zu der jeder ohne Anmeldung kommen kann. Die Idee ist gut, alleine die Umsetzung wird kaum jemandem gefallen. Unsere Terminkapazität ist aus gutem Grund begrenzt. Wir behandeln derzeit ca. 1500 Patienten pro Quartal. Da wir keine 2 min. Medizin praktizieren möchten, können wir die Anzahl der Patienten nicht erhöhen. Wir möchten jedem behandeltem Patienten ausreichend Zeit widmen. Deswegen behandeln wir derzeit nur Bestandspatienten. Diese sind bereits jetzt häufig unzufrieden, weil aufgrund der hohen Anzahl Wochen- bis monatelange Wartezeiten auf einen Termin die Regel ist. Echte Notfälle gibt es beim Hautarzt erfreulicherweise selten und werden selbstverständlich „dazwischen genommen“. Durch die offene Sprechstunde sind wir demnächst verpflichtet 5h pro Woche größtenteils neue Patienten zu versorgen, die sich die nachfolgenden Kontrolltermine mit den Bestandspatienten teilen. Wann werden wir dann Kontrollen anbieten? In 9-12 Monaten? Wir erwarten hierdurch eine qualitative Verschlechterung der Versorgung zugunsten der Quantität. Anders ausgedrückt: Stellen Sie sich vor Sie stehen in der Schlange zum Bäcker. Es wurde nachts eine begrenzte Anzahl Brötchen gebacken. Sie stehen seit 20 Minuten in der Schlange und warten, da drängen etliche Kunden an der Schlange vorbei und kaufen an einer neu eröffneten „offenen“ Kasse die letzen Brötchen- und Sie müssen bis morgen warten. So wird es laufen. Für Patienten, die sich bereits bei uns in Behandlung befinden und für echte Notfälle, kann die Wartezeit auf einen Termin nur künstlich akzeptabel gehalten werden, indem keine Neupatienten angenommen werden. Wir haben mit der offenen Sprechstunde bereits Erfahrung gesammelt. Es bildete sich eine Warteschlange die sich bis in die Etage unterhalb der Praxis erstreckte. Nach Türöffnung waren die zu vergebenden Plätze schnell belegt und viele Patienten gingen frustriert nach Hause um im Zweifelsfall in der nächste offenen Sprechstunde das gleiche Szenario zu erleben. Die angenommen Patienten nehmen dann im völlig überfüllten Wartezimmer Platz um dort bis zu 5 Stunden auf die Behandlung zu warten? Und woher soll die Notfälle wie Gürtelrose oder Hautkrebs Verdacht sowie dringende Überweisung von Hausärzten abgehen. Was wäre unserer Meinung nach die Lösung? Wir haben zu wenig Hautärzte hier. Solange das so ist, müssen wir weiter vorsortieren nach dringend-oder nicht und den Mangel verwalten. Das kann dann (wie bisher) in einem zeitnahen Termin erfolgen wenn es notwendig ist oder später wenn es nicht so erscheint. Es wird so kommen, davon ist auszugehen. Jahrzehnte feilen und tüfteln wir an einem funktionierenden und halbwegs gerechten Terminsystem sind dann Geschichte.

-Ich kann aufgrund der aktuellen Lage die Sparvorgaben der Krankenkassen weiterreichen. Mein Honorar von 13,50 € (Stand 3.Quartal 2017) Euro pro Patient für ein Quartal lassen für mich kaum Spielraum zu.

-Auf mündliche Zusagen von Sachbearbeiter kann ich nicht mehr eingehen, es gelten nur schriftliche Zusage Ihrer Krankenkasse. Kassen-Mitarbeiter stellen ihre Kunden gerne mit dem Satz "Natürlich geht das/zahlt das die Kasse, das liegt im Ermessen des Arztes" zufrieden. Das tut es leider nicht. Es handelt sich um eine rhetorischem Floskel.

-Auch bei den zu verordnenden Mengen an Arzneimitteln darf ich mich nicht nach verbrauchten Mengen richten, sondern die von Krankenkassen übernommenen Mengen aufschreiben. Bei Bedarf stelle ich Ihnen gerne ein Privatrezept aus.

Gesundheitspolitik

Hautärzte bekommen aktuell noch rund 13,50 Euro für 3 Monate ("im Quartal"). Sie als Patient erhalten dafür: Ärztliche Anamnese, Beurteilung und Therapiebesprechung, kleine Operationen, Verbinden von chronischen Wunden, Blutabnahmen, Hausbesuche und vieles mehr. Nach Abzug der Steuern und Praxiskosten bleiben etwa 5 Euro...!

Sie merken es bereits an den zahlreichen privat zu bezahlenden Leistungen: Unser System ist auf dem Weg zur Basisversorgung ("...das medizinisch notwendige" Ulla Schmidt).

Die Bezahlung ist übrigens unabhängig von der Anzahl der Termine pro Quartal bezahlt wird Pauschal.

 

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